Ein Belohnungssystem ist die Praxis, die Belohnungen, die über das Bestehen einer Gewohnheit entscheiden, gezielt zu gestalten statt dem Zufall zu überlassen. Das Gehirn verstärkt ein Verhalten, wenn auf dessen Abschluss etwas folgt, das sich gut anfühlt; folgt nichts, lässt es das Verhalten allmählich fallen. Zwei Unterscheidungen sind hier entscheidend. Die erste ist intrinsisch gegen extrinsisch: Eine intrinsische Belohnung ist die Befriedigung aus der Handlung selbst — die Ruhe nach dem Laufen, das Gefühl, fertig zu sein; eine extrinsische Belohnung wird von außen hinzugefügt — ein Punkt, ein Abzeichen, eine Markierung. Die zweite ist sofortig gegen verzögert: Das Gehirn reagiert weit stärker auf eine sofortige Belohnung, doch der eigentliche Ertrag der meisten guten Gewohnheiten (Gesundheit, Können) kommt erst Monate später. Diese Lücke ist die zentrale Schwierigkeit der Gewohnheitsbildung. Ein gutes Belohnungssystem schließt sie, indem es heute eine kleine, sofortige Belohnung gibt, die für den fernen Nutzen einsteht. Die Kettenmethode macht das greifbar. Indem sie jeden Abschluss an ein sichtbares Glied bindet, hängt sie eine sofortige Belohnung — jetzt spürbar — an ein verzögertes Ziel; die wachsende Kette wird zu greifbarem Fortschritt, den man nicht verlieren will. Mit der Zeit weicht die extrinsische Belohnung, die Befriedigung des Verlängerns, dem intrinsischen Vergnügen am Verhalten, und die Gewohnheit trägt sich selbst.
Belohnungssystem
Ein bewusster Ansatz, die Belohnungen zu gestalten, die dem Gehirn beibringen, dass ein Verhalten eine Wiederholung wert ist — die Kunst, Intrinsisches gegen Extrinsisches und Sofortiges gegen Verzögertes auszubalancieren.